Anleitung für richtiges Lüften und Heizen

I. richtig Lüften und Heizen

1. Richtig lüften

  • Alle Räume gleichzeitig, soweit das Fenster vorhanden, täglich mindestens zweimal fünf bis zehn Minuten Stoßlüften, d.h. Die Fenster vollständig weit öffnen (nicht kippen)
  • Bei zusätzlicher Feuchtigkeitsproduktion ist zusätzliches Lüften erforderlich
  • Andere Räume (z.B. Küche und Bad) zusätzlich abhängig von Funktion und Nutzung lüften
  • Beim Stoßlüften die Innentüren offen halten (Durchzug herstellen)
  • Ständig angekippte Fenster vermeiden
  • Nach Sanierung oder Modernisierung Lüftungsgewohnheiten ggf. entsprechend ändern
  • Eine vorhandene Be­ und Entlüftungsanlage nicht ausschalten

2. Richtig heizen

  • Alle Räume ausreichend heizen, mindestens 18°C
  • Türen zu weniger beheizten Räumen schließen
  • Heizkörper beim Stoßlüften ausschalten
  • Nur trockene Raumluft zusätzlich befeuchte

3. Richtig einrichten

  • Möbel nicht zu dicht an die Außenwand (Mindestabstand zu Außenwänden 10 cm)
  • Vorhänge und Wandverkleidungen „hinterlüften“
  • Anzahl der Zimmerpflanzen beschränken

II. Erläuterungen

Leider ist es nicht selten, dass Bewohner feuchte oder gar verschimmelte Wände beklagen. Bei diesem Problem stellt sich immer wieder in den meisten Fällen heraus, dass Ursache nicht nur ein Fehler in der Baukonstruktion ist, sondern vielmehr das sogenannte fehlerhafte Wohnverhalten des Bewohners.Dieses Fehlverhalten liegt in dienem ungenügendem Lüftungs­ und Heizverhalten.

Denken Sie doch einmal darüber nach, warum Ihr Auto in der kalten Jahreszeit von innen „schwitzt“, oder was passiert, wenn Sie in einem zu kaltem Badezimmer heiß geduscht haben? Die Fliesen und die Fensterscheiben beschlagen und es sammelt sich Kondensfeuchte, da sich die im Raum (Auto oder Bad) befindliche Luftfeuchtigkeit durch die kühlere Temperatur in Kondensat (Verflüssigung von Luftfeuchtigkeit) umwandeln. Luft enthält immer Wasser in Form von unsichtbarem Wasserdampf.
Warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen, als kalte Luft. So kann zum Beispiel ein Kumikmeter Luft 0°C eine Höchstmenge von nur fünf Gramm (= 5ccm) Wasserdampf enthalten. Ist die Raumtemperatur höher, kann die Luft mehr Wasser auf nehmen. Höchstmenge heißt: Wenn diese Wassermenge in der Luft enthalten ist, dann nimmt sie weiter keine Feuchtigkeit in Form unschtbaren Wasserfdampfen mehr auf, sie ist „satt“. Deswegen spricht man von „gesättigter Luft“. Die Wetterfrösche sprechen von „relativer Luftfeuchtigkeit“. 100% relative Luftfeuchtigkeit heißt: In einem Kubikmeter Luft von so und so viel Grad ist die jeweilige Höchstmenge enthalten.

Zu 1. Richtig lüften

In Wohnräumen sollten Sie mindestens zweimal täglich mindestens fünf bis zehn Minuten eine sogenannte Stoßlüftung durchführen, d.h., alle Fenster weit öffnen und möglichst Durchzug herstellen, um einen schnellen Luftaustausch Außen­Innenluft herzustellen.

In Schlafräumen müssen Sie täglich mindestens zweimal für mindestens zehn Minuten eine sogenannte Stoßlüftung durchführen; stellen Sie fest, dass trotz zweimaligem Stoßlüften am Tage die Fenster relativ schnell auf der Innenseite wieder Kondenswasser aufweisen, muss häufiger gelüftet werden; Schlafen bei angekipptem Fenster ist in diesen Fällen ebenfalls empfehlenswert.

Zu 2. Richtig heizen

Grundsätzlich sollte man darauf achten, alle Räume relativ gleichmäßig zu beheizen. Sollte dies nicht möglich/gewünscht sein, versuchen Sie nicht, kühle Räume mit der Luft aus wärmeren Räumen zu heizen. Dadurch gelangt nicht nur Wärme, sondern auch Feuchtigkeit in den kühleren Raum, was die relative Luftfeuchtigkeit dort erhöht und dann das Wachstum von Schimmelpilz erleichtert. Temperieren Sie also auch kühlere Räume mit dem Heizkörper. Beheizen Sie einige Räume weniger als die Übrigen, schließen Sie bitte die Türen zu den weniger beheizten Räumen.

Wenn Heizkörper durch Verkleidungen oder Fensterbänke zugebaut oder durch Vorhänge, Gardinen oder Möbel verdeckt sind, kann weniger Wärme in den Raum abgegeben werden. Die gewünschte Raumtemperatur kann nicht erreicht werden mit der Folge, dass der Raum zu kalt ist. Die kalte Luft kann weniger Wasser aufnehmen, was wiederum zur Folge hat, dass sich die Feuchtigkeit im Raum niederschlägt. Verdecken Sie also die Heizkörper nicht.

Wenn Sie nachts die Raumtemperatur verringern, beachten Sie bitte: Bei einer Feuchtigkeit von über 65% in einem Raum sollten Sie die Temperatur nur absenken, wenn vorher ausreichend gelüftet wurde, um die Raumluft zu trocknen.

Es ist im Übrigen eindeutig erwiesen, dass Bewohner, die den ganzen Tag über gleichmäßig ihre Wohnung beheizen, weniger Heizkosten in Ihrer Abrechnung haben als andere Bewohner, die ständig ihre Heizkörper bei Abwesenheit ausschalten und bei Anwesenheit voll aufdrehen. Ein Ausschalten ist nur währen des jeweiligen kurzen Stoßlüften empfehlenswert.

Zu 3. Richtig einrichten

Wenn in einer kühlen Außenecke ein Schrank steht, sinkt die Wandtemperatur umso stärker, je näher dieser an der Wand steht. Dadurch kann kritische Feuchtigkeit entstehen. Deswegen stellen Sie bitte keine großen Schränke oder Betten mit geschlossenen Bettkästen an Außenwände oder Außenecken. Den richtigen Standort haben Ihre Möbel bei einem Abstand von zehn Zentimetern zur Wand. Mit Lüftungsgittern bzw. Schlitzen in Möbelsockeln und Wandleisten sorgen Sie für zusätzliche Hinterlüftung.

Vorhänge und Gardinen sollten einen Abstand von einer Handbreit zur Wand und zum Fußboden haben, damit die Luft frei zirkulieren kann. Stellen Sie bitte keine Möbelstücke vor die Heizkörper.

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